Gegen Unendlich

Manchmal scheint mir die Entfernung so groß zu sein, dass sie gegen unendlich geht und alles viel zu weit weg ist, um wahr zu sein. Ich war in einem merkwürdigen Zustand gewesen: Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass A. kommt, und gleichzeitig glaubte ich nicht daran, so wenig, dass ich es schon fast wusste, dass er nicht kommen würde. Und viel früher als erwartet bekam ich nun die Nachricht, dass er kommt. Und noch in derselben Nacht fange ich an zu organisieren und Pläne zu schmieden, und als ich im Bett liege und lange nicht einschlafen kann, weil die Aufregung mir ständig irgendwelche Wach-Hormone durch die Adern schießt, die mir die Augen aufdrücken, weiß ich, dass er kommt und kann es nicht glauben.

Das macht die Entfernung. Lange hat man von anderen Kontinenten nichts gewusst, es muss kaum möglich gewesen sein, sich das vorzustellen. Heute stehen sie im Lexikon, Flugzeuge und Datenautobahnen haben die Welt zu einem winzigen Ball zusammengeschnürt. Ich kann am Leben in Kenia teilnehmen, obwohl ich mich auf einer ganz anderen Seite befinde. Aber die große Welt passt in meinen kleinen Kopf nicht rein. Mein Gehirn empfängt nur Kurzschlusssignale und sendet auf einer anderen Frequenz weiter. Diese Wellen teilen mit: Es ist nicht möglich. Während in meinem Bauch das Wissen brodelt, das Wissen darum, dass er kommt.

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